„Kann ich eintreten? Ist jemand zuhause?“ | Tourismus Management Club

„Kann ich eintreten? Ist jemand zuhause?“

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22. Mai 2012

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BerichteBerichte - Archiv
„Kann ich eintreten? Ist jemand zuhause?“

Bruneck Mai 2012. Mit dieser Frage eröffnete Eduard Stolzlechner von der Raiffeisenkasse Bruneck am Montag die letzte Veranstaltung des Tourism Management Clubs vor der Sommerpause zum Thema „Wann kommt der Tourismusberater, wann kommt er nicht und wann kommt er zu spät?“

Eduard Stolzlechner, Leiter der Kreditabteilung der Raiffeisenkasse Bruneck, konzentrierte sich in seinem Vortrag vor allem auf die Krise eines Tourismusunternehmens aber auch auf die Position der Banken in diesen Fällen. Gleich zu Beginn erklärte er, dass der Handlungsspielraum eines Betriebs und der Berater immer kleiner wird, je weiter die Krise vorangeschritten ist. Eine wichtige Rolle spielt folglich immer die Zeit, aber auch die „richtige Interpretation“ der Ursachen die ausschlaggebend für die Entwicklung der Krise sind. Aus diesen Gründen sollte eine Beratung durch Bank und Tourismusberater möglichst im ersten Stadium der Krise erfolgen, damit der Handlungsspielraum so groß wie möglich ist. Wie Stolzlechner betonte, sind Tourismusberater keine Wunderheiler oder „Lawinenhunde“, die im letzten Moment die Insolvenz der Organisation verhindern.
Aufbauend auf unsere Fragestellung beantwortete Hannes Illmer, Geschäftsführer der TT Consulting in Lana, vor allem die Frage, wann der Tourismusberater kommt bzw. nicht kommt. Laut Illmer ist es sehr wichtig, dass der Tourismusberater erst dann kommt, sobald es vom Kunden gewünscht ist. Fast 50% der Kunden der TT Consulting wussten schon vor der Beratung, wo die Defizite des Unternehmens hauptsächlich liegen, konnten jedoch die Lösungen nicht selbstständig erarbeiten.
Ein Fall wird nicht übernommen, sofern keine Entwicklungsbereitschaft des Kunden vorliegt oder eine mangelnde Vertrauensbasis von Seiten des Kunden vorliegt.

Alois Kronbichler, langjähriger Berater bei Kohl & Partner Südtirol in Gais, legte mithilfe eines anschaulichen Beispiels dar, dass ein Tourismusberater über die „Betriebsblindheit“ hinweg sieht und für entdeckte Probleme Lösungsansätze entwickelt.
Ein Hotelier muss heute sowohl ein herzlicher Gastgeber sein, der familiäre Atmosphäre vermittelt, als auch ein multifunktionaler Manager, der strategieorientiert den Cashflow kontrolliert. Ein guter Berater löst laut Kronbichler nicht die Probleme des Kunden sondern weist auf Misstände hin und hilft dabei, in der Zukunft selbst Ziele zu erreichen. Ein guter Berater ziehe sich somit nach getaner Arbeit auch wieder zurück.

In der abschließenden Diskussionsrunde wurden viele Themen angeschnitten, aus denen hervorging, dass ein Tourismusberater in vielen Fällen durchaus sehr nützlich sein kann – und das für Unternehmen jeder Größe und Organisationsform.
Das TMC Team 2011-2012 möchte sich ganz herzlich für die große Beteiligung bei den diesjährigen TMC Veranstaltungen bedanken. Wir blicken auf eine sehr erfolgreiche Veranstaltungsreihe zurück und freuen uns auf ein neues TMC Jahr, mit vielen interessanten Referenten und Themen nach der Sommerpause.

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