Mit der richtigen Party für Sport-Emotionen sorgen

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22. Mai 2013

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BerichteBerichte - Archiv
Mit der richtigen Party für Sport-Emotionen sorgen

Am Montag den 13. Mai 2013 fand die siebte Veranstaltung des TMC im Raiffeisenforum in Bruneck statt. Das Thema dieser Veranstaltung war: „Die Sportgroßveranstaltung ist eine Party! Ohne Party, kein Wettkampf mehr?“. Die Vortragenden waren Stefania Demetz (FIS Alpine World Cup Gröden), Michaela Reichel (Austria Ski WM und Großveranstaltungen GmbH, Schladming), Martin Schnitzer (Institut für Sportwissenschaften, Uni Innsbruck) sowie als Überraschungsgast Skirennläuferin Denise Karbon.

Stefania Demetz begann ihren Vortrag mit einem Rückblick und Fotos des Grödener Skiweltcups aus den Jahren 1980-1999, um den Wandel, der seither eingesetzt hat, aufzuzeigen. Früher wurden Fotos vor allem aus technischen Gründen gemacht, heutzutage dokumentieren sie ein Event auf mehreren Ebenen und dessen Teilnehmer. Kernpunkt ihres Vortrags war nicht, ob die Kombination Sport und Party richtig oder falsch ist, sondern welche die richtige Party für die jeweilige Veranstaltung ist. Ihre Antwort darauf: der unvergessliche Event überträgt Emotionen, wobei die Werte des Sports nie vergessen werden sollten.

Emotionen spielten an diesem Abend noch eine wichtige Rolle. Viele Besucher wollen Emotionen sehen und sie selbst auch erleben, wenn sie Sportgroßveranstaltungen besuchen. Das WM-Konzept von Schladming war genau darauf ausgelegt, ein Event zu kreieren, bei dem sowohl Athleten als auch Zuschauer ein besonderes, positives Erlebnis haben. Michaela Reichel spiegelte die Emotionen der WM 2013 mit Hilfe von Videoclips wider. In Schladming wurde auf ein ausgeglichenes Rahmenprogramm Wert gelegt, mit der Besonderheit, dass Kinder und Jugendliche in die Planung und Vermarktung dieser Ski WM über „sympathische“ Maßnahmen einbezogen waren. Beispiel dafür war ein Fotowettbewerb über Facebook, welcher wenig Geld kostete, Jugendliche weltweit in die Maßnahme mit einbezog und daher große Werbeeffekte hatte.

Martin Schnitzer baute seinen Vortrag vor allem auf Ergebnisse von Datenerhebungen auf, die anlässlich der  EURO 2008, der Youth Olympic Games 2012 und dem Bergiselspringen durchgeführt wurden. Die Annahme, dass Sportgroßveranstaltungen mit Party und Alkoholkonsum verbunden sind, ist nicht unrealistisch, wie die Angaben der Bücher dieser Großveranstaltung zeigen. Insgesamt gaben 80% der Besucher der EURO 2008 an, wegen der Partystimmung gekommen zu sein. Jedoch konnte man den Erhebungen auch entnehmen, dass es einen Unterschied macht, ob der Zuschauer mit Freunden ein Event besucht, oder mit der Familie. In diesem Fall ist  der Alkoholkonsum deutlich geringer. Um ein aussagekräftiges Bild vom Verhalten von Besuchern von Sportgroßveranstaltungen zu erhalten, müssten jedoch erweiterte Recherchen zur Motivstruktur, also den Gründen für das Verhalten von Besuchern von Events, durchgeführt werden.

In die anschließende Diskussionsrunde wurde Denise Karbon  mit einbezogen, um ihre Sicht als Athletin bei Sportgroßveranstaltungen darzustellen. Ihr ist das jeweilige Rahmenprogramm für Zuschauer aus mehreren Gründen sehr wichtig. Denn Zuschauer seien wertvolle Unterstützer für die Sportler, und auch ihnen sollten die gleichen schönen Erlebnisse und Erinnerungen geboten werden, wie den Athleten.

Die wichtigste Schlussfolgerung des Abends war, dass eine Party in angemessenen Massen nötig ist, jedoch immer die Frage gestellt werden muss, welche die richtige Party für die jeweilige Sportveranstaltung ist.

Foto v.l.n.r: Prof. Oswin Maurer (Freie Universität Bozen), Anton Kosta (Direktor der Raiffeisenkasse Bruneck), Martin Schnitzer (Leopold Franzens Universität, Innsbruck), Stefania Demetz (FIS Alpine World Cup Gröden), Denise Karbon (Skirennläuferin), Michaela Reichel (Austria Ski WM und Großveranstaltungen GmbH, Schladming), Dr. Hugo Götsch (Freie Universität Bozen) mit Studierenden des Tourism Management Club der Freien Universität Bozen, Standort Bruneck .

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