Wellness – Ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell, mit dem man in der Hotellerie wirklich Geld verdienen kann?

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9. März 2017

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Berichte
Wellness – Ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell, mit dem man in der Hotellerie wirklich Geld verdienen kann?

BRUNECK, Raiffeisen Forum:  Bei der TMC Veranstaltung am Montag, 06.03.2017 im Raiffeisen Forum in Bruneck waren Herr Herbert Steger, Inhaber des Hotels Alpenschlössl und Linderhof Wellnessresort in Steinhaus und Herr Franz Linser, Managing Director der Linser Hospitality GmbH Innsbruck, zu Gast.

Herbert Steger, gab den Teilnehmern einen Einblick in die Geschichte seines Familienbetriebes, den er gemeinsam mit seinen zwei Brüdern führt. Ausgangspunkt war ein alter Bauernhof, neben dem 1964 eine Pension mit 25 Gästebetten entstand, die sich im Laufe der Jahre in ein Hotel  mit 138 Gästebetten, in 3 Gebäudekom­plexen mit Wellnessbereich entwickelte. Heute verfügt das Wellnessresort Alpenschlössl und Linderhof über eine hervorragende Gästestruktur. Insgesamt kommen 44% der Kunden aus Deutschland, 35% aus Italien und 12% aus der Schweiz. Überraschend ist das niedrige Durchschnittsalter der Gäste mit 35 Jahren, der Anteil an Kindern beträgt 22%.
Sehr interessant waren die Einblicke in die Bilanz des Unternehmens, aus der hervorgeht, dass die Einnahmen proportional zu Innovation und Investition gewachsen sind. Im Jahr 2016 hat sich der Jahresumsatz im Vergleich zum Jahr 2010 verdoppelt. „Mit Wellness kann man Geld verdienen, wenn Auslastung, Preis und Betriebsgröße übereinstimmen“, so Herbert Steger.

Der Vortrag von Franz Linser befasste sich mit der Frage: Was ist Wellness und ist Wellness das Gleiche wie vor 20 Jahren?
Ausgangspunkt für Wellness ist ein ganzheitliches Konzept, es „beschränkt sich nicht auf das Wohlfühlen durch Rosenduft, Prosecco und Massagen“, sondern es geht um eine aktive Gesundheitsförderung und Änderung des Lebensstils. Auf Basis aktueller Zahlen demonstrierte Herr Linser dem Publikum, dass der Mensch im Alltag stressgeplagt ist und dabei nicht auf sich selbst achtet. Zwar ist die Lebenserwartungen der Menschen deutlich gestiegen, die Gesundheitserwartung ist jedoch drastisch gesunken. Deshalb wird es für Wellnessanbieter neue Aufgaben geben, die sich auf die Förderung der Lebenszufriedenheit konzentrieren. Dabei hat mittlerweile nur mehr eine der drei Wellnesstypologien Relevanz: Wellness Complete 3.0, welches die Optimierung des Lebenskonzeptes des Gastes unterstützt. Wellness extern (1.0) ist nach wie vor das Hauptangebot, die reine „Oberflächenpolitur“, die nie abgeschlossen ist und eigentlich die Unzufriedenheit fördert. Wellness Intern (2.0) hilft die Leistungsfähigkeit zu erhalten, jedoch liegt die Zukunft eindeutig in Wellness 3.0, vom Tun zum Sein, mit dem Rat: „Bleiben sie einfach; Gäste heute wollen ein Gefühl erleben und nicht eine Liste von Infrastrukturen erhalten und sie wollen die Nähe zur Natur spüren und Ruhe und Rückzug aus dem Alltag erfahren.“

Foto v.l.n.r.: Pirhofer Hannes (TMC), Herbert Steger (Hotel Alpenschlössl und Linderhof Wellnessresort), Benigni Giorgia (TMC), Franz Linser (Linser Hospitality), Prof. Oswin Maurer (Dekan der Wirtschaftsfakultät und TMC-Projektleiter), Hugo Götsch (TMC Projektkoordinator)

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